Der Bedarf an Wärmepumpen in Europa
In den vergangenen zwei Jahren Wärmepumpen Wärmepumpen werden europaweit aktiv eingesetzt und gelten dort als wichtiger Baustein der Heizsystemmodernisierung. Die Europäische Kommission fordert in ihrem im Mai letzten Jahres angekündigten Programm „REpowerEU“ ausdrücklich, die Installationsrate von Wärmepumpen innerhalb der nächsten fünf Jahre auf insgesamt 10 Millionen Installationen zu verdoppeln.
Auch Musk ist optimistisch, was Wärmepumpen angeht. Auf Teslas Investorentag im März präsentierte er die mit Spannung erwartete Vision „Ambition III“, die einen vollständig nachhaltigen Weg in eine nachhaltige Zukunft aufzeigt. Neben den bekannteren Technologien wie Photovoltaik, Energiespeicherung, Elektrofahrzeugen und Wasserstoff konzentrierte sich Musk auf Wärmepumpen – eine Technologie, die der breiten Öffentlichkeit noch wenig bekannt ist. In den fünf von Musk genannten Schritten bedeutet der dritte Schritt, „22 %“, dass die Heizung (Kühlung) von Wohnhäusern, Unternehmen und Industrieanlagen – von Klimaanlagen bis hin zu Heizungen – auf Wärmepumpen umgestellt werden soll. Dadurch könne effektiv Energie gespart und der Verbrauch fossiler Brennstoffe um 22 % reduziert werden.
„Wärmepumpen können Energie von außen nach innen transportieren und so den Energieverbrauch für die Gebäudeheizung um das Dreifache reduzieren“, sagte Musk. Seiner Ansicht nach bergen Wärmepumpen ein größeres Potenzial zur CO₂-Reduzierung als Elektroautos und werden eine wichtige Rolle in der zukünftigen Entwicklung einer nachhaltigen Energiewirtschaft spielen. Er erklärte, dass Tesla zwar derzeit keine Wärmepumpenprodukte im Angebot habe, aber in Zukunft möglicherweise Wärmepumpen für den Hausgebrauch auf den Markt bringen werde.
Seit dem russisch-ukrainischen Konflikt sehen sich die wichtigsten europäischen Länder mit einer zunehmend gravierenden Situation durch russische Gaslieferstopps konfrontiert. Gleichzeitig beschleunigen sie den Wandel ihrer Energiestruktur, um die Energieabhängigkeit von Russland zu beenden. In diesem Zusammenhang ist die verstärkte Förderung von Wärmepumpen als Ersatz für Erdgasheizungen nicht nur wichtig, um den Heizbedarf im Winter zu decken, sondern auch, um den Wandel der europäischen Energiestruktur mittel- und langfristig voranzutreiben.
Warum Wärmepumpen?
Eine Wärmepumpe ist ein Gerät, das Wärmeenergie von einer Niedrigtemperatur- zu einer Hochtemperaturquelle transportiert. Sie stellt eine neue Energietechnologie dar, die weltweit großes Interesse geweckt hat. Anders als die bekannten mechanischen Geräte, die potenzielle Energie – die „Pumpe“ – erhöhen, gewinnen Wärmepumpen zunächst aus natürlichen Quellen wie Luft, Wasser oder Erdreich Niedertemperaturwärme. Diese wird dann mithilfe von Energie verbraucht und steht anschließend als Hochtemperaturwärme zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Heizmethoden liegt der Primärenergieverbrauch von Luft-Wasser-Wärmepumpen bei nur 27 % des Verbrauchs von Elektroheizkesseln, 49 % des Verbrauchs von Kohleheizkesseln und 59 % des Verbrauchs von Gasheizkesseln.
Wärmepumpen gelten als klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen (wie Gas- oder Ölheizungen) mit einem thermischen Wirkungsgrad von 300–400 % und mehr. Das heißt, mit einer verbrauchten Kilowattstunde Strom kann die drei- bis vierfache Wärmemenge transportiert werden. Wärmepumpen benötigen Strom zum Betrieb. Wird dieser aus erneuerbaren Energien erzeugt, ist das Heizsystem praktisch klimaneutral.
Wärmepumpen funktionieren wie umgekehrte Kühlschränke. Sie entziehen der Umgebung Wärme, um Haus und Wasser zu heizen, und verbrauchen dabei nur ein Viertel der Energie eines Gasheizkessels. Wärmepumpen nutzen sauberen Strom und sind effizienter. Deshalb will die Bundesregierung sie zum beliebtesten Heizsystem machen und plant, ab 2024 jährlich 500.000 neue Wärmepumpen zu installieren, um bis 2030 einen Marktanteil von sechs Millionen zu erreichen.
Heizkessel, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, sind der Hauptgrund für die hohe Abhängigkeit der EU von Erdgas und dafür, dass Gebäude bei der Dekarbonisierung hinterherhinken. Laut Daten des Europäischen Wärmepumpenverbands (European Heat Pump Association) erreichte der europäische Wärmepumpenmarkt 2022 einen neuen Rekord mit rund 3 Millionen verkauften Einheiten – ein Wachstum von fast 38 %. Die Studie legt nahe, dass der Erdgasbedarf in Gebäuden zwischen 2022 und 2030 um 40 % sinken wird, wenn das EU-Ziel, bis 2030 weitere 60 Millionen Wärmepumpen zu installieren, erreicht wird.
